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Neue Wege für eine nachhaltige Gartenpraxis: Ewiger Spinat. Einmal anbauen - und rund ums Jahr ernten, ernten, ernten ...

  • Autorenbild: Essbare Stadt Linz
    Essbare Stadt Linz
  • vor 14 Stunden
  • 17 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Stunden


Wer an Spinat denkt, hat meist ein klassisches Bild vor Augen: Ein schnell wachsendes Frühlingsgemüse, das ebenso rasch wieder aus dem Beet verschwindet. Kaum wird es wärmer, beginnt es zu schießen – und die Ernte ist vorbei.


Alles "Spinat": Ewiger Spinat für jeden Gartenbereich


Doch im Garten zeigt sich: "Spinat" im Sinne seiner Verwendung ist keine einzelne Pflanze, sondern quasi ein Prinzip. Überall auf der Welt gibt es Blattgemüse, die ähnlich verwendet werden wie Spinat – und die genau dann wachsen, wenn der klassische Spinat längst aufgegeben hat. Es gibt Pflanzen, die den Schattenbereich eines Waldrandes oder einer Lichtung bevorzugen, andere, die die Sommerhitze lieben, wieder andere, die Jahr für Jahr aus tiefen Wurzeln neu austreiben oder sich ganz von selbst im Garten verbreiten.


Diese Vielfalt eröffnet neue Wege für eine nachhaltige Gartenpraxis: Statt gegen die Jahreszeiten zu arbeiten, können wir mit ihnen gehen. Wir füllen jede Lücke im Beet bewusst, setzten auf eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten und fördern ein stabiles, lebendiges System.


Vielfalt und lückenlose Dauerbepflanzung


Dieses Prinzip der Vielfalt und lückenlosen Dauerbepflanzung bei gleichzeitig grösstmöglicher Ressourcenschonung (eingesetzte Mittel, Wasser, Zeit) wollen wir im Forschungsprojekt der Essbaren Stadt Linz, im Community Garden Pulvermühlpark gemeinsam mit seinen Anwohnern und Besuchern umsetzen. Unterschiedliche Pflanzen übernehmen im Laufe des Jahres ihre Rollen – manche früh, manche spät, manche dauerhaft. So entsteht ein Mosaik aus essbaren Möglichkeiten, das nicht nur uns versorgt, sondern den Boden fördert und Pflanzen- und Tierwelt sowie das Mikroklima stärkt.


"Spinat", wohin das Auge schaut


Während unser klassischer Spinat (Spinacia olearacea) - der offenbar im 8. Jahrhundert durch maurische Eroberer aus Persien nach Spanien und von dort im 14. und 15. Jahrhundert bis zu uns nach Mitteleuropa gelangt war - wie etliche hier genannte Arten aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse stammt (zu denen heute übrigens auch die Gänsefussgewächse gezahlt werden), gibt es viele Vertreter der hier als "Spinat" geführten Optionen v.a. aus der Familie der Knöterichgewächse. Andere werden zu den Kürbisgewächsen, den Schlingmelde- (oder Basell-)gewächsen, den Mittagsblumen-, Portulak- oder sogar den Korbblütlern gerechnet.


Spinatvarianten als Raumteiler und Gestaltungselemente im Garten


Ein absoluter BONUS: Diese "Spinat"variationen gibt es in allen Grössen, dazu aufrecht, buschig oder rankend: Von etwa 30cm Höhe bis zu etwa 2m Höhe bei aufrecht oder buschig wachsenden oder bei rankenden bis zu mehreren Metern Höhe. Sie lassen sich damit gleichzeitig als Gestaltungselemente oder Raumteiler im Garten verwenden.


„Alles Spinat“ bedeutet daher nicht Gleichförmigkeit – sondern das genaue Gegenteil: Eine Option, Vielfalt zu entdecken, den Garten als dynamisches, sich entwickelndes Ökosystem zu verstehen, den Gemüsegarten als Augenweide zu gestalten und REICHE ERNTE UND UMS JAHR sicherzustellen.


INHALT


Alles Spinat - Ein Überblick:

Mehrjährig - mehrjährig, nicht winterhart - einjährig

Nach den 3 Vorgängerartikeln zu Ewigem Gemüse präsentieren wir euch hier ergänzend zu "Ewigem", also mehrjährigem Spinat zahlreiche weitere Optionen (auch einjährige), die eine variationsreiche, farbenfrohe Ernte und grosse Geschmacksvielfalt ermöglichen.


RANKEND/ KLETTERND

Mehrjährig (winterhart)

Mehrjährig (nicht winterhart / überwinterbar)

KRIECHEND / BODENDECKEND

Mehrjährig (nicht winterhart / überwinterbar)


AUFRECHT WACHSEND

Mehrjährig (winterhart)


Mehrjährig (nicht winterhart / selbstaussäend)


Einjährig



1. RANKEND / KLETTERND



Mehrjährig (winterhart bzw. mit Überdauerung)


Kaukasischer Rankspinat – Hablitzia tamnoides

Kaukasischer Rankspinat, blühend
Bild: Kaukasischer Rankspinat (Hablitzia tamnoides), Bildquelle: earthsongseeds.co.uk
  • Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

  • Herkunft: Kaukasusregion (wächst dort wild im Halbschatten von Wäldern, lichte Bergwälder)


  • Wuchs (Höhe, Breite): Mehrjährige, ausdauernde Kletterpflanze. Wuchshöhe bis zu 2–3 Meter (selten bis 4-6 m), Breite ca. 50 cm. Schnellwüchsig.

  • Natürlicher Standort: Halbschattige bis schattige Lagen; humose, feuchte Böden, ideal unter Laubbäumen.

  • Pflanzengesellschaft: Gut geeignet für Waldgärten oder als Kletterpflanze an Zäunen/Pergolen. Am Waldrand mit Johannisbeeren, Hasel, Stauden

  • Verhalten: Robust, winterhart, langlebig (kann über 50 Jahre alt werden). Wächst im Frühjahr sehr früh und kräftig.


  • Essbar: Ja, sehr wertvolles Blattgemüse (Blätter, junge Triebe, Frühjahrssprossen).

  • Geschmack: Frisch, mild, ähnelt Spinat oder leichtem Spargel.

  • Heilwirkung: Keine spezifischen medizinischen Heilwirkungen hervorgehoben, jedoch eine exzellente Quelle für Vitamine und Mineralstoffe.


  • Hinweis (Überwinterung, Anzucht, Sonstiges):

    • Überwinterung: Die Pflanze ist winterhart; die oberirdischen Teile sterben im Herbst ab und treiben im März neu aus.

    • Anzucht/Aussaat: Samen sind Kaltkeimer. Aussaat am besten im Herbst oder Spätwinter direkt im Freiland, damit sie Frost-Tau-Zyklen durchlaufen.

    • Ernte: Die ersten 2-3 Jahre nur wenig ernten, damit die Pflanze einen starken Wurzelstock entwickeln kann.

    • Sonstiges: Bevorzugt einen frisch-feuchten Boden. Die Ernte der 5-10 cm langen Schösslinge im Frühjahr ähnelt der von Spargel.



Jiaogulan – Gynostemma pentaphyllum

Synonyme: Unsterblichkeitskraut, Frauenginseng, Fünfblattginseng

Jiaogulan, das Unsterblichkeitskraut
Bild: Jiaogulan, das Unsterblichkeitskraut (Gynostemma pentaphyllum), Bildquelle: baumschule-horstmann.de
  • Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae).

  • Herkunft: Südchina, Japan, Korea, Thailand und Indien; wächst in Bergregionen.


  • Wuchs (Höhe, Breite): Mehrjährige, krautige Kletterpflanze, die schnell wächst und Triebe von 3 bis 5m (selten bis 8-9m) Länge bilden kann.

  • Natürlicher Standort: Feuchte, warme Bergwälder Asiens; Boden humos, leicht sauer–neutral, feucht; luftfeucht; oft schattig oder halbschattig.

  • Pflanzengesellschaft: unter Gehölzen, Waldgarten; benötigt Rankhilfen (Spaliere, Zäune) oder wächst als Bodendecker/Hängepflanze.

  • Verhalten:  Ausdauernd, wuchsstark, stirbt im Winter oberirdisch ab und treibt im Frühjahr aus den knolligen Wurzeln neu aus; bildet Ausläufer bei Bodenkontakt


  • Essbar: Junge Blätter und Triebspitzen essbar, Blätter alsTee (frisch)

  • Geschmack: Süßlich-herb, lakritzartig, leicht bitter mit einem Hauch Anis.

  • Heilwirkung: Gilt als Adaptogen (hilft dem Körper, Stress zu bewältigen). Wirkt regulierend auf Blutdruck und Blutzucker, senkt Blutfette/Cholesterin, immunstärkend, antioxidativ (regt das Enzym Superoxiddismutase an), entzündungshemmend und wird zur Vorbeugung gegen Diabetes eingesetzt.


  • Hinweis:

    • Überwinterung: Frosthart bis ca. -15°C, zieht ein; im Freiland im ersten Winter mit Laub/Reisig. Kübelpflanzen können frostfrei bei ca. 15-18°C überwintert werden.

    • Anzucht/Aussaat: Anzucht gut aus Samen/Stecklingen; Samen vor der Aussaat (April–Mai) 24 Stunden in Wasser einweichen; Keimung bei ca. 22°C.

    • Pflege: Liebt nährstoffreichen, humosen Boden, der gleichmäßig feucht gehalten wird (keine Staunässe). Standort am besten im Halbschatten.

    • Verwendung: Hauptsächlich als Tee (frisch oder getrocknet), in Smoothies oder als Salatgrün.



Mehrjährig (nicht winterhart / überwinterbar)


Malabarspinat – Basella alba

Rankender Malabarspinat
Bild: Malabarspinat (Basella alba), Bildquelle: iplantz.com
  • Familie: Basellgewächse (Basellaceae), oft auch als Schlingmeldengewächse bezeichnet.

  • Herkunft: Ursprünglich beheimatet im tropischen Asien (Indien, Indonesien) und Afrika.


  • Wuchs (Höhe, Breite): 2–6 m, stark rankend. Schnellwüchsige, sukkulente Kletterpflanze. Die Triebe können in einer Saison 1–9 Meter hoch wachsen, oft 4–6 Meter; benötigt eine Kletterhilfe.

  • Natürlicher Standort: Tropisch, feuchtwarm, voll-sonnig bis halbschattig. Boden humos, neutral–leicht sauer, nährstoffreich, gleichmäßig feucht

  • Pflanzengesellschaft: Als Kulturpflanze oft in Beetnachbarschaft mit anderen wärmeliebenden Pflanzen. Wegen der Höhe gut als Sichtschutz oder Kletterpflanze im Kübel. Warme Südwand, Gewächshaus.

  • Verhalten: Sehr wüchsig und ertragreich. In den Tropen mehrjährig, in Mitteleuropa aufgrund von Frostempfindlichkeit einjährig. Verträgt keine Temperaturen unter 12–15 °C.


  • Essbar: Blätter, junge Triebe und Blüten sind essbar.

  • Geschmack: Leicht säuerlich, spinatähnlich, fleischig-saftig. Die Konsistenz ist beim Kochen leicht schleimig (wie Okra; gut als Saucenbinder).

  • Heilwirkung: kühlend, verdauungsfördernd; reich an Vitamin C, Eisen, Kalzium und Antioxidantien. Der Extrakt zeigt zudem antibakterielle und antimykotische Wirkungen.


  • Hinweis (Überwinterung, Anzucht, Sonstiges):

    • Anzucht/Aussaat: Ab März/April bei 15–22 °C (idealerweise 24 °C) vorziehen, Samen vorher 24h einweichen. Auspflanzen erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai).

    • Überwinterung: Da nicht winterhart, ist eine Überwinterung an einem sehr hellen Ort bei ca. 15–18 °C möglich, die Pflanze wird dann als Zimmerpflanze weiterkultiviert.

    • Sonstiges: Braucht viel Wasser und nährstoffreichen Boden.


Hinweis: Der Malabarspinat ist nicht mit dem echten Spinat verwandt, ersetzt diesen aber im Sommer hervorragend.



Roter Malabarspinat – Basella alba var. rubra, Basella L. rubra

Synonyme:  Ceylonspinat, Malabarspinat, Land-Kelp, Schlingmelde, Ceylonspinat, Indischer Spinat

Roter rankender Malabarspinat
Bild: Roter Malabarspinat_fermedesaintemarthe.com

ähnlich wie oben, zusätzlich:

  • Besonderheit: rote Stiele, dekorativ

  • Verhalten: auch kriechend oder als Ampel möglich



2. KRIECHEND / BODENDECKEND


Mehrjährig (nicht winterhart / überwinterbar)


Neuseeländer Spinat – Tetragonia tetragonioides

Buschiger, kriechender Neuseeländer Spinat am Meer
Bild: Neuseeländerspinat, Bildquelle: Wikimedia_Forest and Kim Starr - USGS Plants of Hawaii
  • Familie: Mittagsblumengewächse (Aizoaceae).

  • Herkunft: Küstenregionen von Neuseeland, Australien und Tasmanien.


  • Wuchs (Höhe, Breite): Der Wuchs ist kriechend bis aufsteigend, 30 bis 40 cm hoch (teilweise bis 50 cm), bis 1 m breit kriechend; bildet stark verzweigte Teppiche, die sich breitflächig ausbreiten (ausladend).

  • Natürlicher Standort: Küstennahe Salzmarschen, Sandstrände > salztolerant; eher neutral bis leicht alkalisch; sonnig, trockenheitsverträglich

  • Pflanzengesellschaft: Gut geeignet als Unterpflanzung (z.B. unter Tomaten), Mischkultur mit Tomaten, Kohlrabi, Radieschen, Rettich oder Blumenkohl, unter Bohnen

  • Verhalten: Nicht frosthart, wird in Europa einjährig kultiviert. Er ist wärmeliebend, salztolerant, extrem ertragreich und schießt auch bei Hitze nicht.


  • Essbar: gesamte Pflanze (Blätter und Triebspitzen) ist essbar; fleischige Blätter

  • Geschmack: Mild, leicht salzig, leicht nussig, fleischig-knackig.

  • Heilwirkung: entzündungshemmend (traditionell), nährstoffreich (Vitamin C, Eisen, Magnesium).


  • Hinweis (Überwinterung, Anzucht, Sonstiges):

    • Überwinterung: nicht winterhart; die Pflanze stirbt bei Frost (unter 0 °C) ab.

    • Anzucht/Aussaat:  langsam (Keimung je nach Quelle ~20 Tage bzw. 4-6 Wochen); Samen sind Dunkelkeimer. Die Samen (erbsengroß) sollten 24 Stunden in warmem Wasser eingeweicht (vorgequollen) werden, um die Keimung zu beschleunigen. Vorkultur ab Mitte März/April im Haus (bei ca. 20 °C). Auspflanzen ins Freiland erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai).

    • Keimdauer: Langsam, kann 4–6 Wochen dauern.

    • Ernte: Laufend von Juli bis zum ersten Frost; Triebspitzen regelmäßig abschneiden, um neuen Wuchs anzuregen.

    • Sonstiges: Kaum Schädlinge oder Krankheiten. 


Hinweis: Der Verzehr sollte aufgrund des Oxalsäuregehalts in Maßen erfolgen, Blanchieren wird empfohlen.


3. AUFRECHT WACHSEND


Mehrjährig (winterhart)


Guter Heinrich – Chenopodium bonus-henricus,  Syn. Blitum bonus-henricus

Synonym: Wilder Spinat

Guter Heinrich, buschige aufrechte Staude
Bild: Guter Heinrich, Bildquelle: samenbau-nordost.de
  • Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae), ehemals Gänsefußgewächse.

  • Herkunft: In ganz Europa beheimatet; eine traditionelle, alte Gemüsepflanze, die früher häufig an Höfen (daher der Name) wuchs.


  • Wuchs (Höhe, Breite): Mehrjährige, krautige Pflanze mit kräftiger, rübenähnlicher Wurzel. Wuchshöhe meist 20–80 cm, Breite ca. 30–40 cm.

  • Natürlicher Standort: Nährstoffreiche, lehmige Standorte (Starkzehrer), Lägerstellen, Schuttplätze, Wege, Almen bis 2.200 m. Eher kalkliebend; bevorzugt frische bis feuchte, humusreiche Böden, sonnig bis halbschattig.

  • Pflanzengesellschaft: Gilt als typische Siedlungszeigerpflanze der "Unkrautgesellschaften" (Onopordion acanthii) und auf Viehlägerstellen.

  • Verhalten: Sehr robust und winterhart, kommt mehrjährig immer wieder und ist eine gute Pflanze für die Permakultur. Die Bestände können langlebig sein.


  • Essbar: Alle Pflanzenteile sind essbar (Blätter, Triebe, Blütenstände); Junge Blätter (wie Spinat), junge Triebe (wie Spargel, "Spargel des armen Mannes"), Blütenknospen (wie Brokkoli) und Samen (gekocht).

  • Geschmack: Würzig, herb-kräftig, ähnlich Spinat, leicht säuerlich.

  • Heilwirkung: Früher als Volksheilmittel genutzt: Verdauungsfördernd/ leicht abführend; reich an Eisen, Vitamin C (50g decken den Tagesbedarf), Vitamin A und Proteinen. Blutreinigend und wird traditionell bei Blutarmut eingesetzt (wegen des hohen Eisengehalts). Äußerlich als Umschlag bei Geschwüren oder zur Wundreinigung. Hinweis: Aufgrund der Oxalsäure und Saponine nicht in sehr großen Mengen verzehren.


  • Hinweis (Überwinterung, Anzucht, Sonstiges):

    • Überwinterung: Die Pflanze ist winterhart und treibt jedes Jahr aus der Wurzel neu aus.

    • Anzucht/Aussaat: Der Gute Heinrich ist ein Kaltkeimer. Aussaat direkt ins Beet von März bis Oktober, idealerweise jedoch im Herbst (August–Oktober) oder durch stratifizierte Saatgut-Vorkultur (Samen für einige Wochen in den Kühlschrank legen).

    • Sonstiges: Gilt als gefährdet und steht teilweise auf der Roten Liste; daher am besten im eigenen Garten anbauen, statt in der Natur zu sammeln. Der Ertrag ist ab dem zweiten Jahr am höchsten.



Ewiger Spinat/ Garten-Ampfer – Rumex patientia

Bild: Ewiger Spinat, Garten-Ampfer (Rumex patientia), Bildquelle: gaertnerei-empel.de
Bild: Ewiger Spinat, Garten-Ampfer (Rumex patientia), Bildquelle: gaertnerei-empel.de
  • Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae).

  • Herkunft: Osteuropa und Asien; Neophyt in Mittel- und Nordeuropa.


  • Wuchs (Höhe, Breite): Sehr winterharte, aufrechte, rosettenartige Staude. Wuchshöhe meist 80–140 cm, kann in Blütenstand über 1–2 Meter erreichen. Breite ca. 30–50 cm.

  • Natürlicher Standort: Frische, nährstoffreiche, eher tiefgründige humose Böden, neutral bis sauer; Wegränder, Dämme, Ruderalflächen, Autobahnmittelstreifen.

  • Pflanzengesellschaft: Ruderalflur-Pflanze (Unkrautfluren).

  • Verhalten: Mehrjährig, ausdauernd, sehr winterhart (bis -28°), wüchsig. Treibt sehr früh aus.


  • Essbar: Junge Blätter sind ideal; essbar von Frühling bis Herbst.

  • Geschmack: Mild bis leicht sauer, etwas bitterer als Sauerampfer, erinnert an Spinat. Der saure Geschmack (Oxalsäure) verringert sich durch Kochen.

  • Heilwirkung: Wirkt in der Volksmedizin blutreinigend, entzündungshemmend und verdauungsfördernd. Reich an Eisen und Vitamin C.


  • Hinweis (Überwinterung, Anzucht, Sonstiges):

    • Anzucht/Aussaat: Direktsaat im Freiland von März bis Juni oder August/September. Lichtkeimer.

    • Überwinterung: Absolut winterhart. Er treibt sehr früh im Jahr wieder aus.

    • Pflege/Ernte: Um die Ernte zu verlängern, sollten die hohen Blütenstände herausgeknipst werden. Die Pflanze ist anspruchslos.

    • Tipp: Nicht in Eisen- oder Kupfergefäßen zubereiten (Geschmacksbeeinträchtigung). 


Hinweis: Aufgrund des Gehalts an Oxalsäure sollte der Verzehr in großen Mengen vermieden werden. 



Ampfer-Arten – Rumex spp.

wie Sauerampfer, Blutampfer, französischer Ampfer, Englischer Spinat

  • Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae).

  • Herkunft: Europa, Eurasien, Nordamerika (heimisch).


  • Wuchs (Höhe, Breite): Ausdauernde krautige Pflanzen (selten einjährig), Wuchshöhe meist zwischen 30 - 250cm; bilden tiefe Pfahlwurzeln und breite Rosetten.

  • Natürlicher Standort: Sehr anpassungsfähig. Feuchte Wiesen, Weiden, Wegränder, Dämme, Ufer, Schuttplätze. Bevorzugen nährstoffreiche, oft stickstoffhaltige Böden.

  • Pflanzengesellschaft: Typisch in Fettwiesen- und -weiden, Hochstaudenfluren, nährstoffreichen Krautsäumen. Bekannt als Zeigerpflanze für Stickstoff und Verdichtung (stumpfblättriger Ampfer).

  • Verhalten: Sehr ausdauernd und vermehrungsfreudig, oft als hartnäckiges Unkraut (besonders im Grünland) betrachtet. Bilden Pfahlwurzeln, die bis zu 2m tief reichen können.


  • Essbar: Ja, die jungen Blätter sind essbar. Der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa) ist der Klassiker für die Küche.

  • Geschmack: Charakteristisch sauer, zitronig bis deutlich säuerlich.

  • Heilwirkung: Volksmedizinisch verwendet bei Appetitlosigkeit, als harntreibendes Mittel, zur Blutreinigung und bei Verdauungsbeschwerden (frische/getrocknete Blätter als Tee). Wirkt antioxidativ.


  • Hinweis (Überwinterung, Anzucht, Sonstiges):

    • Überwinterung: Absolut winterhart (mehrjährig).

    • Anzucht/Aussaat: Lichtkeimer, Samen können im März/April direkt ins Freiland gesät werden.

    • Sonstiges (Oxalsäure): Alle Teile enthalten Oxalsäure, weshalb ein übermäßiger Verzehr vermieden werden sollte (besonders bei Nierenerkrankungen oder Gicht). Nach dem Johannestag (24. Juni) steigt der Oxalsäuregehalt stark an, weshalb dann eine Ernte nicht empfohlen wird.



Ausdauernder Baumspinat / Wilder Buchweizen – Fagopyrum cymosum, Fagopyrum dibotrys

Ausdauernder Baumspinat, Synonym: Wilder Buchweizen
Bild: Ausdauernder Baumspinat, Wilder Buchweizen (Fagopyrum cymosum, Fagopyrum dibotrys, Bildquelle: kraeuter-und-duftpflanzen.de
  • Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae).

  • Herkunft: Asien (gemäßigte bis subtropische Regionen, Himalaja, China, Bhutan, Indien).


  • Wuchs: Ausdauernde, krautige Pflanze. Wuchshöhe meist 1-2m, in guten Lagen bis 3m; bildet aufrechte, verzweigte Stängel, die eine buschige Staude bilden; später oft überhängend.

  • Natürlicher Standort: Frisch-feuchte, humose, nährstoffreiche Böden, Waldränder, Bachläufe, halbschattige Lagen.

  • Pflanzengesellschaft: Passend für den (naturnahen) Stauden- oder Waldrandgarten.

  • Verhalten: Sehr wüchsig, robust und winterhart. Bildet unterirdische Rhizome, breitet sich aus, ist aber meist gut kontrollierbar.


  • Essbar: Hauptsächlich werden die jungen, zarten Blätter und Triebspitzen als Spinat/Gemüse genutzt. Rhizome ebenfalls essbar.

  • Geschmack: Mild, leicht herb, spinatähnlich.

  • Heilwirkung: Enthält viel Rutin, wirkt durchblutungsfördernd, gefäßschützend, entzündungshemmend und antioxidativ. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird das Rhizom genutzt.


  • Hinweise:

    • Überwinterung: Die Pflanze ist winterhart bis -20°C; im Winter frieren die oberirdischen Teile ein und sollten im Frühjahr bodennah zurückgeschnitten werden.

    • Anzucht/Aussaat: Aussaat im Frühjahr (ab April) oder Teilung der Wurzeln.

    • Sonstiges: Liebt Feuchtigkeit, gute Bienenweide, verfärbt sich im Herbst oft attraktiv. 


Hinweis: Der hier beschriebene Ausdauernde Baumspinat (F. cymosum/dibotrys) ist nicht zu verwechseln mit dem einjährigen Magenta Spreen (Chenopodium giganteum), der oft ebenfalls "Baumspinat" genannt wird. 



Ewiger Spinat / Schnittmangold – Beta vulgaris ssp. vulgaris

Synonyme: Mehrjähriger Spinat

Schnittmangold_na-betra.de
Bild: Ewiger Spinat, Schnittmangold (Beta vulgaris ssp. vulgaris), Bildquelle: na-betra.de
  • Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae), Unterfamilie Chenopodioideae (ehem. Gänsefußgewächse).

  • Herkunft: Stammt von der Wilden Rübe (Beta vulgaris subsp. maritima) ab, die an den Küsten Westeuropas, des Mittelmeeres und Vorderasiens beheimatet ist.


  • Wuchs (Höhe, Breite): Bildet rosettenartige, buschige Pflanzen, die etwa 30–60 cm hoch und ebenso breit werden können.

  • Natürlicher Standort: Bevorzugt tiefgründige, humus- und nährstoffreiche, feuchte Böden in sonniger bis halbschattiger Lage.

  • Pflanzengesellschaft: Gut geeignet für den Gemüsegarten, Hochbeete oder als Strukturpflanze in gemischten Rabatten.

  • Verhalten: Schnittverträglich; zweijährig, wird meist einjährig kultiviert (im 1. Jahr Ernte, im 2. Jahr Blüte). Schnittmangold ist sehr wüchsig und liefert nach dem Schnitt kontinuierlich neue Blätter.


  • Essbar: die kompletten Blätter inklusive der feinen Stiele sind essbar.

  • Geschmack: Angenehm erfrischend, mild, spinatähnlich, leicht nussig bis leicht süßlich.

  • Heilwirkung: Sehr gesund, reich an Vitaminen (A, C, K), Mineralstoffen (Kalzium, Eisen) und Ballaststoffen. Stärkt das Immunsystem und die Knochen.


  • Hinweis (Überwinterung, Aussaat, sonstiges):

    • Aussaat: Direktesäen von April bis Juli möglich, ca. 2–3 cm tief.

    • Ernte: Äußere Blätter werden fortlaufend geerntet, das Herz bleibt stehen.

    • Überwinterung: In milden Lagen oft winterhart, in rauen Lagen wird ein Schutz (Vlies, Laub) empfohlen.

    • Besonderheit:  Winterernte möglich. Im Vergleich zu echtem Spinat schießt er im Sommer nicht so schnell. 


Hinweis: Der "Ewige Spinat" wird oft synonym für Schnittmangold verwendet, manchmal ist damit aber auch der Echte Spinat (Spinacia oleracea) im Daueranbau gemeint.



Mehrjährig (nicht winterhart / selbstaussäend)


Surinamspinat / Tu Ren Shen – Talinum paniculatum

Synonym: Erdginseng, Java-Ginseng, Blatt-Ginseng

Surinamspinat, Tu Ren Shen
Bild: Surinamspinat, Tu Ren Shen (Talinum paniculatum), Bildquelle: kraeuter-und-duftpflanzen.de
  • Familie: Portulakgewächse (Portulacaceae).

  • Herkunft: Ursprünglich aus den Tropen Zentral- und Südamerikas.


  • Wuchs (Höhe, Breite): Der Wuchs ist krautig, oft sukkulent. Die Pflanze erreicht eine Höhe von ca. 30–70 cm, die verzweigten Blütenstände können sogar bis zu 1–2 Meter hoch werden. Sie wächst buschig.

  • Natürlicher Standort: Sonnig bis halbschattig; warm, durchlässige Böden

  • Pflanzengesellschaft: Gut geeignet als Kübelpflanze, im Beet, in Beeten & Rabatten. Verträgt sich gut mit anderen wärmeliebenden Kräutern.

  • Verhalten: Mehrjährig, aber nicht winterhart (nicht frostfest). Versamt sich leicht (selbstaussäend).


  • Essbar: Ja, die fleischigen Blätter und jungen Triebe sind essbar.

  • Geschmack: Mild, nussig, grün und knackig-frisch.

  • Heilwirkung: Wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als stärkendes Tonikum (Erdginseng/Tu Ren Shen) geschätzt. Es wird bei Mangel an Qi (Energie), Müdigkeit, nächtlichem Schwitzen und zur Stärkung der Milz eingesetzt. Zudem antioxidativ und entzündungshemmend.


  • Hinweis (Überwinterung, Aussaat, Sonstiges):

    • Grundsätzlich mehrjährig, bei uns nicht winterhart, jedoch leicht selbstaussäend

    • Überwinterung: Nicht frosthart (verträgt Temperaturen bis ca. 4 °C). Am besten als Topfpflanze bei ca. 10 °C hell überwintern oder die Wurzelknollen ausgegraben im Keller lagern.

    • Aussaat: Ab Februar (Vorkultur) bis Juli. Samen sind Lichtkeimer – nur andrücken, nicht mit Erde bedecken. Keimung erfolgt nach 2–3 Wochen bei 18–24 °C.

    • Pflege: Liebt sonnige, warme Plätze mit durchlässigem Boden. Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden.

    • Ernte: Blätter können laufend geerntet werden (roh im Salat oder gedünstet wie Spinat). 



Embiribirispinat, Afrikanischer Spinat – Crassocephalum vitellinum, Gynura vitellina

das  „dauernde Blattgemüse“ im Sommer"

Embiribirispinat, Synonym: Afrikanischer Spinat
Bild: Embiribirispinat, Afrikanischer Spinat (Crassocephalum vitellinum, Gynura vitellina), Bildquelle: Video von Sonnenerde
  • Familie: Korbblütler (Asteraceae).

  • Herkunft: Zentralafrika, insbesondere Uganda, Kamerun und Ruanda.


  • Wuchs (Höhe, Breite): Sehr wüchsig, ausdauernd, ca. 80–150 cm hoch, 60–100 cm breit; erreicht oft eine Höhe von fast 1 m und benötigt entsprechenden Platz; aufrecht bis locker verzweigt, leicht überhängend; weiche, saftige Triebe; bei Bedarf an Stütze anlehnend wachsend; sehr schnittverträglich, treibt ständig nach

  • Natürlicher Standort: Halbschattig bis sonnig (in Tropen oft leichter Schatten) an Waldrändern, in Gärten, auf nährstoffreichen Ruderalflächen, humos, eher neutral bis leicht sauer; gleichmäßig feucht, liebt warme, luftfeuchte Bedingungen; in Mitteleuropa: ideal Gewächshaus, geschützter Platz oder großer Kübel

  • Pflanzengesellschaft: Schnell wachsende Begleitpflanze in afrikanischen Gärten, oft in Mischkultur; passt gut zu Tomaten, Paprika, Okra (ähnliche Wärmeansprüche)

  • Verhalten: extrem wüchsig bei Wärme; reagiert stark auf Schnitt → wird buschig; bildet minzenähnliche Ausläufer, kann klettern oder überhängen.


  • Essbar: Nährstoffreiches Blattgemüse: junge Blätter & Triebspitzen; roh oder gekocht

    • Geschmack mild, leicht kresseartig, sehr weich, angenehm saftig

  • Geschmack: Angenehm kressig, zart, würzig.

  • Heilwirkung: In der traditionellen afrikanischen Medizin zur Stärkung der Gebärmutter,

    bei Menstruationsbeschwerden, gegen Kopfschmerzen und bei entzündeten Augen (Blätter äußerlich/ innerlich); allgemein entzündungshemmend


  • Hinweis (Überwinterung, Anzucht, Sonstiges):

    • Anzucht/Vermehrung: Sehr einfach über Stecklinge, die schnell in Wasser wurzeln.

    • Überwinterung: Nicht winterhart. Am besten hell und warm überwintern (Zimmerpflanze), da er Temperaturen unter 15°C nicht mag.

    • Verwendung: Gekocht wie Spinat, oft mit Fisch oder Fleisch, oder roh im Salat.

    • Blüten: Orange-gelbe Blüten.


Hinweis: Die Pflanze wird oft mit der ähnlichen, aber eher als Zierpflanze genutzten Gynura aurantiaca (Samtpflanze) verwechselt, die weniger für den Verzehr geeignet ist.



Chinese multicolor Spinach - Amaranthus tricolor

Synonym: Dreifarbiger Fuchsschwanz, Blatt-Amarant

Bild: Chinese mulitcolor spinach (Amaranthus tricolor), Bildquelle: Reinsaat
Bild: Chinese mulitcolor spinach (Amaranthus tricolor), Bildquelle: Reinsaat

  • Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

  • Herkunft: Tropisches Asien; wächst dort in offenen, sonnigen, gestörten Böden (Ackerflächen, Gärten)


  • Wuchs: aufrecht, verzweigt, 60–150 cm hoch, 40–80 cm breit; schnelle Jugendentwicklung, auffällige, farbige Blätter (grün, rot, gelb)

  • Standort: nährstoffreich, gut durchlässig, eher neutral bis leicht alkalisch; vollsonnig; mäßig feucht, aber trockenheitsverträglich > ideal für heiße, sonnige Beete

  • Pflanzengesellschaft: Eignet sich gut als Hintergrundpflanze in Blumenbeeten, im Gewächshaus oder als wärmeliebende Sommerkultur im Gemüsegarten. Gut kombinierbar mit Tomaten, Zucchini und Paprika, Mais, Bohnen, Kürbis (wärmeliebende Kulturen), auch zwischen langsam wachsenden Pflanzen als „Zwischenkultur“

    im Garten optisch + funktional

  • Verhalten: Frostempfindlich, einjährig, C4-Pflanze (nutzt Sonnenlicht sehr effizient), wächst sehr schnell (erntereif nach 30-40 Tagen). Bildet eine kräftige Pfahlwurzel.


  • Essbar: junge Blätter & Triebspitzen, roh (Salat) oder gekocht; die Stängel können ähnlich wie Spargel zubereitet werden. Blätter können mehrmals geerntet werden, indem man die Triebspitzen abschneidet, was das Verzweigen fördert.

  • Geschmack: mild, leicht nussig; zart bei jungem Schnitt

  • Heilwirkung:

    • Wird in der traditionellen Medizin (z. B. in China) genutzt, um Hitze zu klären, Gifte auszuleiten, als Diuretikum (harntreibend) und bei entzündlichen Prozessen. Die Pflanze ist sehr nährstoffreich, enthält viel Eisen, Calcium, Vitamin A, C und Antioxidantien.

    • traditionell: blutbildend (hoher Eisengehalt), stärkend, nährstoffreich

    • reich an Beta-Carotin und Mineralstoffen


  • Hinweis:

    • Grundsätzlich mehrjährig, nicht frosthart > in Europa daher einjährig (stirbt im Haus ab); oft Selbstaussaat möglich

    • Aussaat: erst nach den letzten Frösten (ab Mai) direkt ins Freiland oder Vorkultur ab April. Keimt bei Temperaturen über15-17°C; schießt nicht problematisch wie echter Spinat

    • robust gegenüber Schädlingen

    • perfekt für den Sommer, wenn Spinat ausfällt

    • Sonstiges: Eine sehr gute, hitzetolerante Alternative zu Spinat im Hochsommer, da sie nicht wie dieser schnell in die Blüte schießt (bolting). Da sie Nitrate anreichern kann (besonders bei mineralischer Düngung), sollte sie nicht täglich in extremen Mengen gegessen werden



Einjährig


Aufrechter Baumspinat – Chenopodium giganteum

Synonym: Spinatbaum, Riesengänsefuß

Aufrechter Baumspinat, Riesengänsefuss (Chenopodium giganteum), Bildquelle: plantura.garden
Aufrechter Baumspinat, Riesengänsefuss (Chenopodium giganteum), Bildquelle: plantura.garden
  • Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae), ehemals Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae)

  • Herkunft:  ursprüngliche Heimat wird im Himalaya vermutet, wo er in Indien, Nepal und Tibet wild wächst. Dort sowie in weiten Teilen Südostasiens wird die einjährige, bis zu 3 Meter hohe Pflanze traditionell als Blattgemüse genutzt.


  • Wuchs: Einjährige, krautige Pflanze. Wächst extrem schnell, aufrecht und stark verzweigt. Höhe: oft über 2 Meter (unter guten Bedingungen bis zu 10 m möglich). Breite: Ca. 1,5 bis 2 Meter. Bildet auffällige, magentafarbene Blatttriebe (besonders beim Austrieb).

  • Natürlicher Standort: Sonnig bis halbschattig. Bevorzugt nährstoffreiche, lockere und frische Böden.

  • Verhalten: schnellwachsend, sehr wüchsig, hitzeverträglich, einjährig; gilt als unkompliziert. Oft Selbstaussaat.

  • Pflanzengesellschaft: Gut als Solitärpflanze im Gemüsebeet oder in gemischten Rabatten geeignet (z.B. mit Karotten, Radieschen)


  • Essbar: Die jungen Blätter und Triebspitzen werden wie Spinat zubereitet, haben einen nussigen Geschmack und gelten als gesundes Gemüse.

  • Geschmack:  Ähnlich wie Spinat, aber würziger. Die jungen, magentagefärbten Triebspitzen sind besonders zart.

  • Heilwirkung: Traditionell wird ihm eine blutreinigende und stoffwechselanregende Wirkung nachgesagt. Die Blätter enthalten viel Vitamin C, Eisen und Antioxidantien. Hinweis: Aufgrund der enthaltenen Oxalsäure und Saponine nicht in sehr großen Mengen roh verzehren.


  • Hinweise:

    • Überwinterung: Nicht winterhart, da einjährig.

    • Anzucht/Aussaat: Lichtkeimer! Samen ab März/April in Töpfen vorziehen (18-22 °C) oder ab April direkt ins Freiland säen. Samen nur leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken.

    • Sonstiges: Neigt zu starker Selbstaussaat, wenn man die Samenstände stehen lässt. Die Pflanze ist ein toller Blickfang und zieht Bienen an. 



Amarant-Spinat / Gemüse-Amarant – Amaranthus tricolor cv.

Synonym: Inka-Korn;

(Anmerkung: gleiche Art wie Chinese multicolor Spinach, jedoch andere Sorte)

Amarant-Spinat, Gemüse-Amaranth
Bild: Amarant-Spinat, Gemüse-Amaranth (Amaranthus-tricolor cv), Bildquelle: saemereien.ch
  • Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

  • Herkunft: Amarant (Amaranthus) stammt ursprünglich vermutlich aus den Andenregionen Süd- und Mittelamerikas (Mexiko, Peru, Chile) (oder Asien? - hier besteht noch keine Einigkeit). Als eine der ältesten Nutzpflanzen wurde er schon vor über 6.000 Jahren von Inkas, Azteken und Mayas als Hauptnahrungsmittel und heilige Pflanze genutzt. Heute wird das Pseudogetreide weltweit angebaut, zunehmend auch in Europa.


  • Wuchs: Aufrecht; kann bis 150cm hoch werden, Breite bis 80cm

  • Standort: Anspruchslos, liebt warme, trockene Standorte und gedeiht gut auf leichten, nährstoffreichen Böden.

  • Pflanzengesellschaft: Wird oft in Mischkultur mit Mais, Bohnen und Gurken (Milpa-Beet) angebaut. Taucht oft in Gesellschaften mit Weißem Gänsefuß (Chenopodium album), Spreizender Melde (Atriplex patula), Acker-Hahnenfuß, Vogelmiere, Fuchsschwanz oder Nachtschattengewächse auf.

  • Verhalten: Schnellwachsend, nicht frosthart. Bildet eine kräftige Pfahlwurzel. Kann sich bei günstigen Bedingungen durch Selbstaussaat vermehren.


  • Essbar:  Neben der Nutzung als Getreideersatz können auch die jungen Blätter als Gemüse (ähnlich Spinat) verzehrt werden.

  • Geschmack: Junge Blätter – mild, leicht nussig. Die Blätter können laufend geerntet werden, bevor die Pflanze blüht.

  • Heilwirkung: Wirkt adstringierend (zusammenziehend) und kann bei Verdauungsbeschwerden (wie Durchfall) eingesetzt werden. Die Pflanze ist reich an Nährstoffen (Vitamin A, C, Magnesium, Eisen, Calcium). Nährstoffreichen Samen, die viel Magnesium, Eisen und Zink enthalten.


  • Besonderheit: farbenprächtig

  • Anmerkung:

    • Einjährige Pflanze, die sich oft selbst aussät und nährstoffreiche Böden bevorzugt. Der Name kommt aus dem Griechischen (amarantos = „nicht vergehend“, „unsterblich“)

    • Überwinterung: Nicht winterhart; stirbt bei Frost ab.

    • Anzucht/Aussaat: Ab April im Haus vorziehen (Keimung bei 18–25 °C), ab Mitte Mai direkt ins Beet säen. Saatgut nur leicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer).

    • Pflege: Benötigt viel Sonne und gleichmäßige Feuchtigkeit, Staunässe vermeiden. Regelmäßiges Düngen mit Kompost ist förderlich.


    Amarant-Spinat unterscheidet sich von Amarant (Synonym "Inka-Korn") durch seine Nutzung: Bei Amarant-Spinat werden v.a. die Blätter genutzt, während bei der gemeinhin als Amarant bezeichneten Pflanzenart v.a. die Samen genutzt werden. Auch andere Arten wie Amaranthus dubius oder Amaranthus lividus werden als Blattgemüse genutzt.



Erdbeerspinat – Blitum capitatum, Blitum virgatum

Synonym: Beeren-Melde

Erdbeerspinat
Bild: Erdbeerspinat (Blitum capitatum, Blitum virgatum), Bilquelle: Video von Sonnenerde
  • Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

  • Herkunft: Ursprünglich aus den Gebirgen Südeuropas, Nordafrikas, Teilen Asiens und Nordamerikas. Bereits in der Antike bei den Römern bekannt; wurde im 17. Jahrhundert in Europa populärer, bevor sie weitgehend in Vergessenheit geriet. Galt früher als ein beliebtes Sommerblattgemüse


  • Wuchs: aufrecht, Höhe ca. 60 cm, Breite 25-30cm

  • Standort: Anspruchslos; bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen; liebt nährstoffreiche, humusreiche und durchlässige Böden.

  • Pflanzengesellschaft: Passt gut zu Tomaten, Stangensellerie, Knollensellerie, Kartoffeln, Stangebohnen, Frühlingszwiebeln, Schnittlauch, ...

  • Verhalten: Die Pflanze ist kahl oder leicht mehlig bestäubt und bildet kugelähnliche Fruchtstände. Sie ist robust, aber kurzlebig. Starke Selbstaussaat


  • Essbar: Blätter + Früchte

  • Geschmack: Blätter spinatartig mit intensiv-würzigem Geschmack, Früchte fahl bis mild, erdig-fruchtig (Ähnlichkeit mit Roter Bete) und werden bei Überreife mehlig. Sehr schöne Deko.

  • Heilwirkung: Er gilt als sehr gesund, da er reich an Vitamin C, Eisen und Spurenelementen ist – teilweise gehaltvoller als echter Spinat. 


  • Hinweis (Überwinterung, Anzucht, Sonstiges):

    • Erlebt heute als alte Nutzpflanze eine Renaissance in Hausgärten.

    • Anzucht/Aussaat: Ab März bis Mai als Direktsaat (0,5–2 cm tief,) oder ab März im Haus vorziehen. Keimung erfolgt nach ca. 1-3 Wochen.

    • Überwinterung: Die Pflanze ist einjährig und stirbt im Winter ab (teilweise winterhart bis ca. -5 bis -10 °C), versamt sich jedoch leicht selbst.

    • Sonstiges: Die Früchte wurden früher als „Schminkbeeren“ zum Färben der Wangen genutzt. 



Kurzüberblick – RANKEND - KRIECHEND - AUFRECHT

Rankend


  • Winterhart: 

    • Kaukasischer Rankspinat Hablitzia tamnoides,

    • Jiaogulan Gynostemma pentaphyllum,

  • Nicht winterhart: 

    • Malabarspinat Basella alba,

    • Roter MalabarspinatBasella alba var. rubra, Basella L. rubra


Kriechend


  • Winterhart: - - -

  • Nicht winterhart: Neuseeländer Spinat – Tetragonia tetragonoides


Aufrecht


  • Winterhart: 

    • Guter HeinrichChenopodium bonus-henricus,  Syn. Blitum bonus-henricus,

    • Ewiger Spinat/ Garten-Ampfer Rumex patientia,

    • Ampfer-ArtenRumex spp.,

    • Ausdauernder Baumspinat / Wilder Buchweizen Fagopyrum cymosum, Fagopyrum dibotrys,

    • Ewiger Spinat / Schnittmangold Beta vulgaris ssp. vulgaris


  • Mehrjährig, nicht winterhart: 

    • Surinamspinat / Tu Ren ShenTalinum paniculatum

    • Embiribirispinat, Afrikanischer Spinat Crassocephalum vitellinum, Gynura vitellina

    • Chinese multicolor Spinach - Amaranthus tricolor


  • Einjährig: 

    • Aufrechter BaumspinatChenopodium giganteum

    • AmarantspinatAmaranthus tricolor

    • ErdbeerspinatBlitum capitatum, Blitum virgatum



BEVORZUGTE STANDORTE im ÖKOLOGISCHES GESAMTBILD

  • Waldrand-System: 

    • Kaukasischer Rankspinat (Hablitzia), rankend, 2–3 Meter (selten bis 4-6 m), Breite ca. 50 cm. Schnellwüchsig

    • Jiaogulan, rankend, schnellwachsend, 3-5m-Triebe

    • Ausdauernder Baumspinat / Wilder Buchweizen, aufrecht - verzweigt - buschig, 1-2m hoch

    • Embiribiri, aufrecht, locker verzweigt, leicht überhängend, ca. 80–150 cm hoch, 60–100 cm breit, sonnig bis halbschattig, nährstoffreich


  • Tropisch-warme Nische: 

    • Malabarpinat, stark rankend, 2–6 m, schnellwüchsig; sonnig bis halbschattig

    • Surinamspinat, aufrecht, 30-70cm hoch, buschig; sonnig bis halbschattig


  • Heisse, sonnige Beete, offene Flächen:

    • Chinese multicolor Spinach, aufrecht, verzweigt, 60–150 cm hoch, nährstoffreich


  • Warme, trockene Standorte:

    • Amarant-Spinat/ Gemüse-Amarant, aufrecht; kann bis 150cm hoch werden, Breite bis 80cm; nährstoffreich


  • Sonnig bis halbschattig, humos, nährstoffreich:

    • Aufrechte Baumspinat, wächst extrem schnell, aufrecht und stark verzweigt, oft über 2m hoch

    • Ewiger Spinat/ Garten-Ampfer, aufrecht, Höhe 80-140cm, Breite ca. 30–50 cm

    • Erdbeerspinat, Höhe ca. 60 cm, Breite 25-30cm, nährstoffreich

    • Embiribiri, aufrecht, locker verzweigt, leicht überhängend, Höhe ca. 60 cm, Breite 25-30cm

    • Guter Heinrich, Höhe meist 20–80 cm, Breite ca. 30–40 cm

    • Ewiger Spinat / Schnittmangold, aufrecht, 30-60cm

    • Ampfer-Arten – Rumex spp., aufrecht


Damit lässt sich eine mehrschichtige „Spinat-Gilde“ über das ganze Jahr aufbauen.


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