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Essbare Stadt - Mehr, als nur Essbares: Sie bedeutet Beziehung

  • Autorenbild: Essbare Stadt Linz
    Essbare Stadt Linz
  • 17. Nov.
  • 2 Min. Lesezeit
Essbare Stadt - Mehr als "nur Essbares"
Bild: Essbare Stadt - Mehr als "nur Essbares", Bildquelle: Freepik

Essbare Stadt - Mehr, als nur Essbares: Sie bedeutet Beziehung


Häufig wird die Idee einer "Essbaren Stadt" missverstanden. Einige stellen sich darunter einfach ein paar Obstbäume vor, andere Beete, die irgendwo in eine Grünfläche gesetzt werden. Doch Essbarkeit entsteht nicht dadurch, dass etwas Essbares wächst. Sie entsteht dadurch, dass Menschen in Beziehung treten – mit Pflanzen, mit dem Boden, dem Wasser, der Luft, mit sich selbst und mit anderen. Essbare Stadt bedeutet damit Beziehung – nicht einfach nur „etwas Essbares pflanzen“.


Essbare Stadt beginnt mit Wahrnehmung


Wenn Menschen eine Pflanze nur als Dekoration sehen, bleibt sie äußerlich. Wenn wir hingegen ihren Duft, ihre Form und Farbe, ihre faszinierenden Details, ihren Geschmack oder ihr Potential zu erleben, dann kann sich etwas Grundlegendes verändern:


  • Pflanzen werden als lebendige Wesen wahrgenommen,

  • Boden wird als lebendiges Fundament verstanden,

  • Zusammenhänge werden spürbar statt abstrakt und

  • die Natur wird Teil von einem selbst.


Eine essbare Stadt wird lebendig, wenn wir Wahrnehmen und Verstehen.


Erlebensraum statt Verbotszone: Die Natur ruft


Ein weit verbreiteter Reflex ist: „Wir müssen die Natur schützen, also verbieten wir den Zugang.“ Dieser Ansatz ist aus einem Schutzinstinkt heraus verständlich, jedoch langfristig nicht nur geeignet, Mensch und Natur zu trennen, sondern zudem Ärger und auch Wut auf die Natur auszulösen. Menschen, die sich ausgeschlossen fühlen, entwickeln Widerstand, andere fühlen sich unter Umständen moralisch überlegen und belehren. Die Natur wird zu etwas, das bewacht werden soll, anstatt mit ihr zu leben, sie zu erfahren, zu verstehen, sie zu schätzen und zu achten.


Essbare Stadt bedeutet daher: Zugang schaffen: Beispielsweise eine Blumenwiese oder Bienenweide statt abzuschotten erlebbar gestalten: Schmale Pfade schaffen, die es ermöglichen, mitten hinein zu gelangen, ohne sie zu zerstören. So wird die Wiese, ihre Pflanzen, Tiere, Farben, Gerüche und Geräusche erfahrbar, erlebbar und im besten Sinne „befreundet“.


Übergangszonen – Orte, an denen Natur und Kultur sich berühren


Besonders Wertvolles entsteht dort, wo sich zwei Welten begegnen. Im sogenannten „Ökoton“ – dem Übergangsbereich zwischen Lebensräumen - ist die Artenvielfalt am größten. Gerade in der Stadt sind solche Übergänge für die Begegnung zwischen Mensch und Natur oder Natur- und Kulturzonen essentiell. Es entstehen Bereiche ...,


  • die wild wirken dürfen,

  • die geordnet, jedoch lebendig sind.

  • die zum Anfassen einladen,

  • die zum Staunen verführen und

  • jene, die Schutz bieten, jedoch nicht ausgrenzen.


Eine essbare Stadt schafft solche Zwischenräume, in denen beides – Kultur und Natur – sich entfalten kann, die ein Verstehen fördern und sich dadurch gegenseitig bereichern.


Menschsein im Austausch mit der Natur


In einer essbaren Stadt wird klar: Natur ist nicht etwas Fremdes, irgendwo draußen am Rand, sondern Teil unseres eigenen Wesens.


  • Wir erkennen unsere Bedürfnisse wieder,

  • spüren an den Pflanzen unseren Rhythmus im Jahreskreislauf,

  • finden Ruhe und Freude in einfachen Sinneserfahrungen oder

  • merken, wie sich etwas in uns verändert, wenn wir mit Pflanzen „zusammenleben“ oder uns wieder im Austausch mit anderen Menschen befinden.


Eine essbare Stadt ist damit ein Ort, der uns Nahrung schenkt – körperlich ebenso wie seelisch.


Vorschau:

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Erst beim Gedanken an Essbares aus der Stadt werden wir plötzlich hellhörig zu Themen wie Feinstaub, Bodenbelastung, Abgase oder Hunde ... und wir können beruhigen ...

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