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Community Garden Pulvermühlpark: Der Garten im Oktober - Ein Rückblick

  • Autorenbild: Essbare Stadt Linz
    Essbare Stadt Linz
  • 4. Nov.
  • 4 Min. Lesezeit
Die letzte Zucchiniblüte
Bild: Die letzte Zucchiniblüte im Garten

Community Garden Pulvermühlpark: Der Garten im Oktober - Ein Rückblick


Erstaunlich, welche Fülle an Tätigkeiten der Garten im Oktober noch bereithielt! Während sich die Natur langsam auf ihren Rückzug vorbereitet, ist im Garten noch einmal reges Leben zu spüren. Hinsehen, nachwirken lassen, loslassen, zurückgeben – und zugleich ein Vorausschauen auf das kommende Jahr.


Ernten, Loslassen und Danken - Der Übergang vom vergangenen ins kommende Jahr beginnt


Die letzten unreifen violetten Tomaten
Bild: Die letzten unreifen violetten Tomaten

Die letzten Bohnen, Tomaten und Zucchini wurden geerntet, verbliebenes Pflanzenmaterial grob zerschnitten und als Mulch-Schicht auf die Beete gelegt. Darüber später noch reichlich erstes Herbstlaub und Fallobst - alles aufgenommenes, umgewandeltes Sonnenlicht, gesammelte und gebündelte Kraft - ehe sie sich langsam wieder löst, auseinanderfällt und von Regenwürmern, Boden- und Mikroorganismen zu wertvollem Humus umgearbeitet werden. So entsteht zugleich Schutz und Nahrung – der Natur wird zurückgegeben, der Boden bleibt lebendig und wird weiterhin auf- statt abgebaut. Tiere, Pilze, Pflanzen, die Energie des Ortes ... alle finden Nahrung, alles sammelt Kraft, geht vom sichtbaren Aussen in das für uns eher unsichtbare Innen und bereitet sich dort aktiv auf das kommende Jahr vor.


Rückschnitt für Wuchsfreudige und kompakte Schutzform für wärmeliebende Kräuter


Ein kräftiger Rückschnitt des wuchsfreudigen Sommerflieders hält diesen in geeigneter Grösse für den Community Garden, während Rosmarin, Lavendel und Currykraut nur leicht gestutzt werden, damit sie ihre kompakte Form behalten und besser durch den Winter kommen. Zitronenmelisse, Grüne Minze, Oregano und Eberraute (Cola-Kraut) wurden hingegen je nach Pflanze bis auf etwa 5-10 cm über dem Boden zurückgeschnitten – die Eberraute erhielt zusätzlich eine schützende Mulch-Schicht.


Bild: Kräuter aus dem Garten


Pflanzen für morgen


Ein besonderer Moment im Oktober war das Setzen der Beerensträucher, alle Gaben edler Spender(!!!), für die der Boden seit dem letzten Jahr zunächst durch eine kräftige Mulch-Schicht aus Herbstlaub und anfallenden Grasschnitt sowie in diesem Jahr durch Bepflanzung mit Tomaten, Bohnen, Erbsen, Ringelblumen, Zucchini und Kürbisse vorbereitet worden war - eine hilfreiche Doppelnutzung: Für Insekten Nahrung, für uns die Früchte, für den Boden durch Wurzeln und ihre Ausscheidungen Aufbereitung und Durchlüftung und mit der Mulch-Schicht attraktives Material für Regenwürmer und Mikroorganismen mit dem Effekt der Humusbildung - Nahrung für das kommende Jahr. So entsteht Verbindung über das ganze Jahr und von Jahr zu Jahr.



Himbeeren, Brombeeren, Ribisel, Stachelbeeren und Apfelbeeren (Aronia) fanden ihren Platz in der Beerenspirale und im Naschgarten. Vom letzten Jahr stammt noch der Blauschotenstrauch (Blaugurke), dessen Standort in diesem Jahr noch kräftig mit allerlei Mulch-Material, Kaffeesatz und Eierschalen aufgebessert werden durfte sowie aus diesem Jahr noch eine kleine Goji-Beere, die heuer noch an einen anderen Standort übersiedelt wird.


Auch eine duftende Kletterrose, eine Wildrose, Lavendel, Seifenkraut, Minze und Stiefmütterchen fanden ihren Platz im Garten der Sinne.


Aussaat und Auspflanzen im Spätherbst


Für viele Pflanzen unserer Breiten ist Spätsommer und Herbst die ideale Aussaatzeit: Eine kühlere Jahreszeit mit meist gleichmässigerer Bodenfeuchte und geringerer Hitzeeinstrahlung für zarte Jungpflanzen bietet damit eine gute Option für robustes, kräftiges Wachstum. Samen, die noch nicht keimen, können sich ebenfalls über den Winter im und am Boden bereits ideal auf das kommende Jahr vorbereiten. So wurden im Oktober bereits Königskerzen, Bartnelken, Prachtscharte (Liatris), Mädesüss, Winterkresse, Radieschen, Stängelkohl, Bundzwiebeln, Knotiger Braunwurz, Margueriten, Glockenblumen, Mohn, Mutterkraut, Löwenmäulchen und Malven aus eigener Samenernte gesät.


Für die Jüngsten wurde bereits der Grundriss für ein Erbsen-Tipi mit rd. 120 cm Durchmesser angelegt und an den Platz der künftigen Zeltstangen je fünf Erbsensetzlingen gepflanzt.


Pflegen, Sammeln, Bereiten


Neben dem kräftigen Mulchen und dem Rückschnitt wurden auch wieder Samen für das kommende Jahr gesammelt – Amaranth, Sonnenhut, Sonnenblume, Einjährigem Beifuss, Schwarzem Nachtschatten, Rainfarn und Speisechrysanthemen - Jede Pflanze ein Füllhorn an Nachwuchs.


Die Winterbanane erhielt einen wärmenden Laubmantel, die Beerenspirale neue Begrenzungsschnüre, und erstes Material für das erste Hügelbeet findet sich ein.


Zeit der Beobachtungen, Zeit der Einkehr für alle und alles


Ende Oktober fanden sich noch zahlreiche Bienen v.a. am Borretsch und Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge an den verbleibenden Sonnenblumen ein.


Bilder: Einstimmen auf Samhain/Allerseelen


Besonders freut sich der Garten, dass er mittlerweile gerne von Eltern mit ihren Kindern besucht und die kleine Kommunikationsecke - ein Tisch mit 4 Hockern - auch Ende Oktober noch für eine kleine Pause mit Jause genutzt wird.


Bild: Die kleine Kommunikationsecke - besonders beliebt bei Eltern mit Kindern


Zum Abschluss wurde der Garten geschmückt und auf Samhain und Allerheiligen eingestimmt – mit dem Bewusstsein, dass nun die Zeit des Rückzugs beginnt. Wie die Pflanzen ziehen auch wir uns ein Stück nach innen zurück, können uns "erden", zu und in uns kommen, Zeit für einen Rückblick finden und die Möglichkeit nutzen, Überflüssiges loszulassen.



Genießt die Stille des Gartens, das leise Vorbereitung auf neues Wachsen.


Ausblick auf den Novembergarten 


  • Do 06. November, 13. November und 20. November: Wir sammeln Material für den grossen Adventkranz und das erste Hügelbeet

  • Do 06. November: Aussaat von Mangold aus eigener Sammlung

  • Pflanzen von 2 Haskap-Beeren (Sibirische Blaubeere, Maibeere)

  • Setzten von 75 Frühlingsblumenzwieben

  • Umpflanzen von Beifuss, Eberraute und Goji-Beere


Soweit sich Zeit findet und das Wetter es zulässt:

  • Bau und Aufstellen einer wetterfesten Anschlagtafel

  • Setzen der Erbsen-Tipi-Stangen

  • Vermessen der Anlage des ersten Hügelbeetes

  • Stabilisierung/Ausbau der Rückseite des Rosenbogens

  • Auffüllen des Holz-Komposters mit Material für eine Kürbisbepflanzung im kommenden Jahr

  • Reparatur der Bögen an der Rückseite der Beerenzone (bei den Himbeeren)



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