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September im Garten: Start für die Herbst-, Winter- und Frühjahrssaison

Autorenbild: Essbare Stadt Linz
Essbare Stadt Linz
vor 14 Stunden
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Stunden

September im Garten: Ein Hügelbeet mit einer Cosmea als Sideratpflanze
Bild: September im Garten

September im Garten: Was jetzt noch in den Garten kann


Der September im Garten ist keineswegs das Ende der Gartensaison. Im Gegenteil: Jetzt beginnt eine interessante Phase für alle, die auch im Herbst und Winter frisches Gemüse aus dem eigenen Garten ernten möchten.


Die Tage sind noch warm, doch die Nächte werden bereits länger und morgens bildet sich Tau. Genau diese Veränderung macht den September zu einem guten Zeitpunkt für zahlreiche Herbstkulturen.


Was kann jetzt noch ausgesät werden?


  • Erbsen


Erbsen gehören zu den Hülsenfrüchten, die im September noch ausgesät werden können. dafür wird besonders die Sorte „Petit Provençal“ (auch "Frühe Zwerg-Markerbse" oder "Schalerbse" genannt, eine aus Frankreich stammende Sorte),  empfohlen, weil sie schnell erntereif wird. Die Septemberaussaat profitiert von der feuchteren Witterung und dem Morgentau. Die Pflanzen sollen noch vor dem ersten Frost erntereif werden.


  • Rote Rüben


Auch Rote Rüben können im September noch ausgesät beziehungsweise als Setzlinge verpflanzt werden. Besonders empfohlen wird die Sorte „Cylindra“. Sie eignet sich für die Versorgung im Winter und ist frosthart. Die Idee ist dabei nicht unbedingt, sie als klassisches Wintergemüse stehen zu lassen, sondern sie nach Bedarf im Winter zu ernten.


  • Mangold


Mangold ist eine der wichtigsten Pflanzen für den Wintergarten. Er kann ebenfalls noch vorgezogen und anschließend bis Anfang beziehungsweise Mitte Oktober ins Beet gepflanzt werden. Mangold soll die noch warmen Temperaturen nutzen und sein Wachstum bis etwa Mitte November abschließen.


  • Lauch und Kohl


Auch Lauch und Kohl gehören zur Septemberplanung. Je kühler die Region, desto eher sollten bereits vorgezogenen Pflanzen verwendet werden.


  • Kartoffeln für eine spätere Ernte


Ein besonders interessanter Punkt der Vorlage ist die Kartoffel, die auch im September noch gepflanzt werden kann. Die spätere Pflanzung soll eine Ernte gegen Ende des Jahres beziehungsweise zum neuen Jahr ermöglichen.


  • Kräuter und Wurzelgemüse


Der September eignet sich außerdem für eine ganze Reihe von Kräutern und Wurzelgemüsen, wie


  • Dill

  • Sellerie – vor allem für die Blätter

  • Petersilie

  • Pastinaken

  • Basilikum

  • Karotten


Die Idee dahinter ist praktisch: Auf kleinem Raum wachsen verschiedene Kräuter und Gemüse zusammen, sodass man später mit einem Korb ins Beet gehen und mehrere Zutaten für eine Mahlzeit ernten kann.


  • Asiatische Salate und schnelle Herbstkulturen


Besonders vielseitig ist die Gruppe der schnell wachsenden Herbstkulturen. Genannt werden unter anderem:


  • Pak Choi (Bok Choy)

  • Mibuna

  • Mizuna

  • Brokkoli

  • Chinakohl

  • Rüben

  • Radieschen

  • Salat

  • Kohlrabi


Gerade Radieschen, Salat und ähnliche Kulturen können dabei als schnelle Kulturen zwischen größere Pflanzen gesetzt werden.


  • Spinat, Rucola und Zwiebeln


Auch Spinat und Rucola gehören zur Septemberaussaat, die bis ins Frühjahr geerntet werden können.


Außerdem lohnt sich die Aussaat von Zwiebeln. Wer jetzt einen Platz im Garten oder Topf dafür reserviert, kann im Frühjahr eigenes Pflanzmaterial zur Verfügung haben.



Ein kleines Beet mit großer Ernte


Besonders spannend ist die vorgestellte Beetkombination.

Das Beispielbeet ist 1,20 Meter breit und 2,20 Meter lang. Auf dieser relativ kleinen Fläche sollen insgesamt 18 Pflanzen beziehungsweise Kulturen Platz finden. Das Konzept soll zeigen, dass auch Anfänger auf begrenztem Raum viele verschiedene Nutzpflanzen anbauen und Erfahrungen sammeln können.


Das Prinzip: Große und kleine Kulturen kombinieren


Der Schlüssel liegt darin, unterschiedliche Pflanzen geschickt miteinander zu kombinieren.

Schnell wachsende Kulturen wie Radieschen werden beispielsweise zwischen größere Pflanzen wie Mangold und Rote Bete gesetzt. Dadurch wird der vorhandene Platz mehrfach genutzt.


Auch Spinat und Rucola werden mit anderen Kulturen kombiniert. Zwischen Spinat können beispielsweise Radieschen und Brokkoli gesetzt werden. Bei Rucola funktioniert das Prinzip mit Steckrüben und Kohlrabi.


Für die Kräuter werden wiederum Nester mit Karotten, Petersilie und Pastinaken angelegt. Ergänzt wird das Beet durch sechs Salatpflanzen und sechs Pflanznester mit jeweils zwei Lauchsetzlingen.


So könnte die Kombination aussehen


Das vorgestellte Beet setzt unter anderem auf:

Erbsen – Sellerie – Dill – Basilikum – Radieschen – Rote Bete – Mangold – Spinat – Rucola – Brokkoli – Steckrüben – Kohlrabi – Karotten – Petersilie – Pastinaken – Salat – Lauch


Durch das abwechselnde Setzen entstehen kleine Pflanzgruppen beziehungsweise „Nester“. So wird die Fläche intensiv genutzt, ohne dass ausschließlich eine einzige Kultur angebaut wird.


Wichtig bei Aussaat und Pikieren


Bei der Aussaat und beim Pikieren sind zwei Punkte besonders hervorzuheben:

Die Anzuchttöpfe müssen gut gewässert sowie kühl und feucht gehalten werden. Außerdem sollten die Pflanzen zurückgeschnitten werden.


Nach der Aussaat auf die gewässerte Fläche wird anschließend eine dünne Schicht trockenes Substrat – etwa 1 cm – aufgebracht. Danach wird gegossen.


Nicht vom warmen Wetter täuschen lassen


Eine wichtige Botschaft der Septemberaussaat lautet: Hohe Tagestemperaturen bedeuten nicht automatisch, dass die Aussaat zu früh oder zu spät ist.


Die längeren Nächte und der Morgentau verändern die Bedingungen bereits. Gleichzeitig benötigen frisch gesetzte Pflanzen bei weiterhin hohen Temperaturen ausreichend Wasser. In der Vorlage wird deshalb empfohlen, den Pflanzen täglich Aufmerksamkeit zu schenken und sie ausreichend zu versorgen.


Der September als Neustart


Wer im September noch einmal richtig durchstarten möchte, muss nicht gleich einen großen Garten anlegen.


Gerade ein kleines, intensiv genutztes Beet kann eine erstaunliche Vielfalt ermöglichen. Durch die Kombination aus schnell wachsenden Kulturen, länger stehenden Pflanzen, Wurzelgemüse, Kräutern und Jungpflanzen lässt sich auf wenig Fläche eine kontinuierliche Ernte aufbauen.


Und genau darin liegt die Stärke des vorgestellten Systems: Viele verschiedene Pflanzen auf kleinem Raum – und damit eine große Vielfalt für die Küche.


Quellen für diesen Artikel:

Eigene Erfahrungen sowie der Artikel von Trag Biljke "Das Alles Säen Wir Im September Für Alle Klimazonen" - sehr empfehlenswert.


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