Essbare Wildkräuter im März – Frühe grüne Schätze des Jahres
- Essbare Stadt Linz

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Aktualisiert: vor 11 Stunden

Essbare Wildkräuter im März
Der März ist ein besonderer Monat für alle, die gerne draußen unterwegs sind und sich mit essbaren Wildpflanzen beschäftigen. Während viele Gartenpflanzen noch im Winterschlaf liegen, beginnt die Natur bereits vorsichtig neu auszutreiben. Wer aufmerksam schaut, entdeckt jetzt die ersten frischen, vitalstoffreichen Wildkräuter – oft genau dort, wo man täglich vorbeigeht.
Gerade nach dem Winter sehnen sich Körper und Sinne nach frischem Grün. Die jungen Blätter essbarer Wildkräuter enthalten viele Bitterstoffe, Mineralien und Vitamine und unterstützen den natürlichen Übergang in den Frühling.
Typische essbare Wildkräuter im März
Bärlauch (Allium ursinum)
Bild: Bärlauch (Allium ursinum), Bildquelle: Links: Wikipedia/ Dietrich Krieger, rechts: Wikipedia/ Lisa Carter
Der Duft verrät ihn meist schon von weitem. Bärlauch gehört zu den bekanntesten Frühlingspflanzen und bildet in schattigen, feuchten Bereichen oft ganze Teppiche.
Geschmack: intensiv knoblauchartig, frisch und würzig.
Verwendung:
Pesto
Kräuterbutter
fein geschnitten über Kartoffeln oder Suppen
Hinweis: Unbedingt sicher bestimmen – Verwechslungen mit giftigen Pflanzen sind möglich.
Einzelne Blätter pflücken und nicht ganze Bestände entfernen.
Brennnessel (Urtica dioica)
Bild: Brennnessel (Urtica dioica), Bildquelle: FREEPIK/ Wirestock
Junge Triebe. Die ersten Brennnesseln gehören zu den wertvollsten Wildkräutern überhaupt. Ihre zarten Spitzen schmecken mild und erinnern leicht an Spinat.
Verwendung:
Suppe oder Spinat
Smoothie-Beigabe
fein gehackt im Aufstrich
Tipp: Nur die obersten 4–6 Blätter ernten – sie sind besonders weich.
Giersch (Aegopodium podagraria)
Bild: Giersch (Aegopodium podagraria), Bildquelle: Links: kostbarenatur.net, rechts: Wikipedia/ Mnolf
Oft als „Gartenproblem“ gesehen, ist Giersch eigentlich ein hervorragendes Wildgemüse.
Geschmack: mild, leicht nach Petersilie und Karotte.
Verwendung:
als Spinat
im Wildkräutersalat
in Aufstrichen oder Suppen
Die jungen, hellgrünen Blätter sind besonders zart.
Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Bilder: Löwenzahn (Taraxacum officinale), Bildquelle: Links: umweltberatung.at, rechts: Wikipedia_ИринаЯ
Besonders mild: Die jungen Blätter, noch bevor die gelben Blüten erscheinen. Kraftvoll bitter: Die späteren Blätter. Sehr lecker: Die Stängel im Salat und die Blütenköpfe. Für den Tee: Die Wurzel.
Gut geeignet für:
Frühlingssalate
Kräuterbutter
grüne Smoothies
Je jünger die Blätter, desto weniger bitter.
Knoblauchrauke (Alliaria petiolata)
Bilder: Knoblauchrauke (Alliaria petiolata), Bildquelle: Links: plantura.garden, rechts: Wikipedia/ Archenzo
Ein oft übersehener Schatz an Wegrändern und in schattigen Bereichen.
Geschmack: sanft nach Knoblauch, ohne späteren Geruch.
Ideal für:
Pesto
Kräuterquark
als Würzkraut roh über Gemüse
Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Ein stiller Begleiter an Wegen und Wiesenrändern, bekannt als Heilpflanze, aber auch essbar.
Geschmack: pilzartig-mild, leicht herb.
Verwendung:
junge Blätter im Salat
kurz angebraten
fein geschnitten in Kräutermischungen
Die jungen Frühjahrsblätter sind deutlich zarter als spätere Sommerblätter.
Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)
Bilder: Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis), Bildquelle: Links: himmelreichkraeuter.at, rechts: eagff.ch
Ein zartes Frühlingskraut feuchter Wiesen, das oft schon früh blüht.
Geschmack: angenehm scharf, leicht kresseartig.
Verwendung:
frisch über Salate streuen
aufs Butterbrot
als würzige Frühlingsdekoration
Am besten roh verwenden, da die feinen Aromen beim Erhitzen verloren gehen.
VERWECHSLUNG
Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis), Behaartes Schaumkraut (Cardamine hirsuta) - die kleine haarige Schwester des Wiesenschaumkrauts mit leicht scharf-bitterem Geschmack (milder als als das Bittere Schaumkraut), Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara) und Brunnenkresse sind, wenn sie nicht blühen, kaum zu unterschieden, was nicht wirklich problematisch ist, da alle 4 essbar sind. Am meisten hebt sich geschmacklich wohl das Bittere Schaumkraut aufgrund seines - wie schon der Name sagt - bitteren Geschmacks ab.
Ungewohntes Essbares im März
Neben den klassischen frühen Wildkräutern zeigen sich im März noch viele weitere Pflanzen, die unseren Speiseplan bereichern können – manche wild wachsend, manche aus Gärten verwildert, andere bewusst gepflanzt und dennoch wertvoll für Mensch und Natur.
Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor)

Die wilde Verwandte wirkt zarter und natürlicher als die Gartenformen.
Traditionell genutzt für:
Teemischungen
Frühlingssalate
dekorative Blütenbeigabe
Eine Pflanze, die gut in naturnahe Wiesenbereiche passt.
Grundsätzlich essbar, jedoch Finger weg, wenn sie nicht aus deinem eigenen Garten stammen
Wenig bekannt: Auch Tulpenblüten sind grundsätzlich essbar, sowie auch die Blüten und Blätter von Stiefmütterchen, allerdings solltest Du auch sie nur aus dem eigenen Garten verwenden, da sie üblicherweise chemisch behandelt oder gedüngt werden.
Tulpen (Tulipa)

Geschmack der Blüten: mild bis leicht süßlich (sortenabhängig).
Verwendung:
Im Salat als essbare Frühlingsakzente
Wichtig: Nur unbehandelte Gartenpflanzen verwenden und sparsam genießen. Sie schmecken knackig-süß bis neutral. Alle Pflanzenteile, insbesondere die Zwiebeln enthalten das Alkaloid Tulipin oder Tuliposid (die Blüten nur in sehr geringer Menge) und können Erbrechen, Durchfall und Hautreizungen verursachen.
Stiefmütterchen (Viola wittrockiana)

Die bekannte Gartenpflanze ist ebenfalls essbar und bringt Farbe auf den Teller.
Geschmack: mild
Verwendung:
essbare Dekoration
kandierte Blüten
Frühlingssalate
Hornveilchen (Viola cornuta)

Kleiner, aber oft noch blühfreudiger als das Stiefmütterchen.
Verwendung:
Blüten für Salate
essbare Garnierung
Kräuterbutter mit Blütenfarbe
Schlüsselblumen (Primula)
Bild: Links und Mitte: Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) , rechts: Echte Schlüsselblume (Primula veris), Bildquelle: Links: FREEPIK/ montypeter, Mitte und rechts: Plantura.garden
Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) und die Wald-Schlüsselblume oder Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) sind grundsätzlich essbar, stehen jedoch in Österreich noch unter Naturschutz (Hoffentlich sind es bald wieder so viele, dass sie von der Rote Liste können). Du kannst sie also nur verwenden, wenn sie aus deinem eigenen Garten stammen.
Die Wald-Schlüsselblume ist im März eine der schönsten Frühlingsbotinnen mit ihre hellen gelben Blüten. Sie blüht etwas früher als die Echte Schlüsselblume (Primula veris) und unterscheidet sich von ihr vor allem durch Blütenfarbe, Duft und Standort: Die Wald-Schlüsselblume ist größer, blassgelb, duftarm und mag v.a. feuchte, schattige Laubwälder und Auen. Die Echte Schlüsselblume ist kleiner, kräftig gelb mit 5 orangen Flecken im Schlund, duftintensiv und bevorzugt trockene Wiesen, lichte Wälder und sonnige Lagen.
Essbar sind:
Blüten (mild, leicht honigartig)
junge Blätter in kleinen Mengen
Verwendung:
Dekoration für Salate und Desserts
Blüten in Kräuteraufstrichen
Hänsel und Gretel / Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Bild: Hänsel und Gretel / Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), Bildquelle: nordischer-shop.at
Eine frühe Bienenpflanze mit faszinierendem Farbwechsel der Blüten von rosa zu blau.
Geschmack: mild, leicht gurkenartig.
Verwendung:
junge Blätter fein geschnitten im Salat
Blüten als Frühlingsdekoration
Die Pflanze bringt Leben in halbschattige Bereiche und verbindet ökologische Bedeutung mit sanfter Essbarkeit.
Grundsätzlich müssen die Kräuter gar nicht erst nach Hause getragen werden. Du kannst sie direkt vor Ort verzehren - frischer geht´s nicht. Es sei denn, Du bringst sie auch für Deine Familienmitglieder nach Hause.
Weshalb Märzkräuter so wertvoll sind
Früh austreibende Pflanzen speichern besonders viele Nährstoffe, um schnell wachsen zu können. Diese Energie geben sie auch an uns weiter. Viele Menschen empfinden Wildkräuter im März deshalb als belebend und ausgleichend nach der dunklen Jahreszeit.
Zudem sind die Pflanzen jetzt:
besonders zart,
meist noch wenig bitter,
frei von Sommerstress und Trockenheit.
Achtsam sammeln
Beim Sammeln gilt wie immer: Wer respektvoll sammelt, sorgt dafür, dass sie uns jedes Jahr wieder begegnen.
Nur Pflanzen ernten, die sicher bestimmt wurden.
Nie ganze Bestände abernten.
Lieber öfter kleine Mengen sammeln als einmal viel - das schont die Natur und stellt sicher, dass dass die Kräuter frisch sind.
Einfache März-Idee: Frühlings-Kräuterbrot

Eine Handvoll gemischter Wildkräuter (Brennnessel, Vogelmiere, Löwenzahn, Knoblauchsrauke) fein hacken und mit Butter oder Frischkäse verrühren. Etwas Salz, ein Spritzer Zitrone – fertig ist ein intensiver Frühlingsaufstrich.
Frühling, der sichtbare Neubeginn - Zeit für gemeinsames Lernen
Viele dieser Pflanzen stehen genau an der Grenze zwischen Wildnis und Garten. Sie zeigen, dass essbare Landschaft ursprünglich dort entstand, wo man ihr Zeit und Raum gibt, sich anzusiedeln, sie wachsen lässt, beobachtet und behutsam begleitet.
Der März lädt dazu ein, uns Zeit zu nehmen und genauer hinzusehen. Noch ist die Menge an Wildkräutern überschaubar, noch bieten sie keine üppige Ernte, doch sie sind sehr kraftvoll, dicht bepackt und wirksam. Sie helfen uns, die Schlacken des Winters abzubauen, zu entgiften, uns mit neuer Energie zu füllen - wenn wir achtsam und wertschätzend mit ihnen umgehen. Eine ideale Möglichkeit, der Natur wieder näher zu kommen.
Vielleicht liegt gerade darin ihre besondere Kraft: Sie erinnern uns daran, dass Fülle oft ganz klein beginnt.
*Bildquelle: Bärlauch: Wikipedia/ Dietrich Krieger, Wildtulpen: mdr.de


































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